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Das Freiburger Festival of Transcultural Cinema findet vom 6. – 16. Mai 2021 online statt. Per Livestream und Zoomgespräch wird die Bühne für alle weltweit geöffnet.

Mit 30 Filmen aus 25 Ländern richten die Veranstalter den Fokus auf die Lebensgeschichten von Menschen und ihren Alltag, ihren Arbeitsbedingungen, Migrationserfahrungen, den Folgen der Wachstumsökonomie und Fragen diverser kultureller Identitäten. Die students. platform mit ihren Erstlingswerken zeigt auch in diesem Jahr ausgewählte aktuelle, engagierte und persönlich sensible Debütfilme aus aller Welt.
Seit 1985 ist das Festival ein Forum für Filme und Begegnungen, für Dialog und Diskussion, für den gegenseitigen Austausch der Kulturen der Welt. Gäste aus allen Kontinenten prägen zu normalen Zeiten die Festivaltage im Alten Wiehrebahnhof. Alle Veranstaltungen werden als Livestream mit anschließendem Filmgespräch angeboten, wobei jede/r Teilnehmende die Möglichkeit erhält, persönlich am Gespräch mit den Filmschaffenden (per zoom) teilzunehmen. Dies erweitert die bisher auf den Kinosaal begrenzte Zuschauerzahl um eine rein theoretisch unbegrenzte Öffentlichkeit. Sofern dies die Situation erlaubt, werden an den Wochenenden die Abendprogramme für das Freiburger Publikum auch OpenAir angeboten.
Zusehen sind Filme, die eher leise Töne anschlagen, auf Strukturen schauen und nah am Menschen bleiben. Was alle Menschen verbindet, ist wesentlich die Arbeit. Sie macht die Hälfte des Lebens aus, die Wenigsten können sie frei wählen. Arbeitsbedingungen und Migration als Folge der Globalisierung sind wiederkehrende Themen wie auch die Folgen der Wachstumsökonomie und Fragen diverser kultureller Identitäten.
So beginnt das Festival auf Baustellen, an Verkehrswegen und Grenzübergängen und wir beobachten Menschen an Punkten, an denen sich ihr Leben verändern wird. Oft konstituiert sich das Narrativ der Filme aus der Spannung zwischen der Statik eines Ortes und den fließenden Prozessen, die dort stattfinden – seien dies Verkehrsströme, der Umsatz von Waren oder das Vergehen von Zeit bei persönlichen Entscheidungen und Veränderungen.
Der Langfilm am Eröffnungsabend 143 RUE DU DÉSERT von Hassen Ferhani entführt in ein winziges Café mitten in der Wüste an der Transsahara-Nationalstraße. Dort wird Pause gemacht von Fernreise und Schwerverkehr – der Film schien uns indirekt wie ein fernes Sinnbild für den Lockdown, der uns in Vielem zum Innehalten zwingt.
Ein historisches Thema berührt der Kompilationsfilm THEY CALL ME BABU von Sandra Beerends, der das Schicksal von indonesischen Kindermädchen in der Kolonialzeit anhand von Tagebüchern, Home Movies und Archivmaterial schildert. Dazu zeigen wir als europäische Premiere HELP IS ON THE WAY von Ismail F. Lubis, der die Vermittlung und Arbeit heutiger Hausangestellten aus dem gleichen Land zeigt.
Alle Filme sind englisch untertitelt und die Gespräche finden in Englisch statt. Eine Ausnahme ist die Sonntagsmatinee: Die Bidonvilles von Paris – Ein Hörspiel von Hubert Fichte aus dem Jahr 1967. Zu Gast ist der Kulturanthropologe und Schriftsteller Hans-Jürgen Heinrichs.
Do 6. – So 16.5. online auf:  www.freiburger-filmforum.de


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