Und abends ins Wallgraben

Und abends ins Wallgraben

BÜHNE: Im Februar stehen im Wallgraben Theater Freiburg eine Premiere und Gastspiele auf dem Programm.

 

SHALENE / VER-RÜCKT
Zu erleben ist eine Konzertperformance, die den Krieg in der Ukraine mit den Mitteln des Musiktheaters, der Poesie und der Alltagsbeobachtung reflektiert. Durch außergewöhnliche Kompositionen und episodisches Erzählen ist das Publikum eingeladen, neue Perspektiven auf das Land und die dort Lebenden bzw. von dort Geflüchteten einzunehmen.
Musikerin Iryna Lazer und ihr Soundkollektiv Mavka (Kyjiw) verbinden altertümliche musikalische Volksmotive und moderne Musikelemente wie Live-Looping, Ambient und Trance zu neuartigen Songs und Klangerlebnissen mit hoher Intensität. Sie erkunden, wie alte traditionsreiche Lieder mit den Klängen und Geräuschen, die aktuell die Ukraine erfüllen, zu neuer Musik verschmelzen.
Der Abend versucht die Unbegreiflichkeit des Krieges zu verhandeln. Er versammelt dafür Künstler*innen verschiedener Genres, die ihre Wurzeln in der Ukraine haben. Einige sind vor Jahren dauerhaft nach Deutschland ausgewandert, andere sind im oder nach Februar 2022 hierher ins Exil geflohen.
Erzählerisch und poetisch legt der Abend Zeugnis sehr konkreter Erfahrungen, Beobachtungen und Alltagssituation von Ukrainer*innen zuhause und im Exil in Zeiten des Krieges ab – von Augenblicken jenseits der Newsticker und polternder Kriegsrhetorik. Als Musiktheater versucht SHALENE / VER-RÜCKT die Tonkulisse des Krieges in etwas Anderes zu überführen und stemmt sich mit Kraft und auch Humor gegen lähmende Angst, Tragik und widerstreitende Emotionen.
Do 8.2. / Fr 9.2., jew. 20 Uhr

 

NaziDer Nazi & der Friseur
Gezeigt wird eine satirisch-groteske Erzählung aus der Täterperspektive, nach dem gleichnamigen Roman von Edgar Hilsenrath.
Was würden Sie heute tun, wenn Sie wüssten, dass morgen wieder Nazis an die Regierungsmacht kämen? Zwei Männer, Itzig Finkelstein (Sohn eines jüdischen Friseurs) und Max Schulz, waren Schulfreunde. Doch als die Stimmung in Deutschland kippt, kippt Max auch und wird ein Nazi, SS-Mann und Massenmörder; nach dem Krieg nimmt er die Identität seines ehemaligen Freundes an. Satirisch-groteske Erzählung aus der Täterperspektive. Eine «Sprache, die eine düstere und auch eine stille Poesie entfaltet» (Heinrich Böll). Fassung & Regie: Monique Hamelmann. Es spielen: Falk Döhler / Ole Pampuch.
Premiere : Fr 16.02., 20 Uhr, w.T. Sa 17.2. - Sa 23.03., jew. 20 Uhr.

 

„Gefährliche Liebschaften“ von de Laclos
Der Roman schildert in 175 Briefen die Geschichte zweier Intrigen: Die Planung der Verführung von Cécile de Volanges, eines naiven jungen Mädchens, das gerade die Klosterschule verlassen hat, und die von Madame de Tourvel, einer tugendhaften verheirateten Frau. Betreiber der beiden Intrigen sind die Marquise de Merteuil und der Vicomte de Valmont, die sich nicht an moralische und traditionelle sexuelle Normen gebunden fühlen und einen ausschweifenden Lebenswandel führen. Beide Intriganten verheddern sich jedoch in den Fallstricken ihrer eigenen Intrige. 
Die szenische Literaturlesung präsentiert die gekürzte Fassung des Briefwechsels zwischen den beiden Konkurrenten Valmant und Merteuil, die ihre gefährlichen Liebesintrigen wie ein Spinnennetz benutzen, um sich mit ihren Opfern gegenseitig auszustechen. Es lesen: Julia Sina Ibrahim und Burkhard Wein. Musikalische Unterhaltung vor und nach der Lesung mit den Musikern des Jazztrios «Jazz Pearls». So 18.02., 16 Uhr. Kaffee & Kuchen ab 15 Uhr

 

INFO: Wallgraben Theater, Rathausgasse 5a, Freiburg, Karten: T. 0761 25656. Theaterkasse: Mo-Fr 10-13 Uhr / Sa 10 -13 Uhr.

Weitere INFOS: 


Drucken   E-Mail